F. Ist Paraquat für den Menschen giftig? Mit welchen Substanzen ist Paraquat vergleichbar?

A. Paraquat ist wie viele andere handelsübliche Chemikalien gefährlich, und es hat Todesfälle gegeben, nachdem das konzentrierte Produkt in ausreichender Menge verschluckt wurde, in der Regel bei Selbstmordversuchen. Auf dem Etikett für Paraquat-haltige Produkte wird angegeben, dass das Produkt stets im Originalbehälter aufzubewahren ist und nicht in Lebensmittel-, Getränke- oder anderen Behältern gelagert werden darf. Paraquat-haltige Produkte sollten auch weggeschlossen werden, wenn sie nicht in Gebrauch sind. Laut FAO-Spezifikation für Paraquat müssen sowohl technische Konzentrate als auch wasserlösliche Konzentrate (SL) und wasserlösliche Granulate (SG) ein wirksames Emetikum (Brechmittel) in einer Mindestkonzentration erhalten. Diesen Produkten können auch Farbstoffe und stark riechende Warnsubstanzen zugesetzt werden. Syngentas Paraquat-Produkte entsprechen den Anforderungen der 2003 und 2008 aktualisierten FAO-Spezifikation. Das Unternehmen hat in alle seine Paraquat-SL-Formulierungen (wasserlösliche Konzentrate) drei „Sicherheitsmittel“ eingebaut, um unbeabsichtigtes Verschlucken zu verhindern und Missbrauch entgegenzuwirken: Einen blauen Farbstoff, um Verwechslungen mit Getränken zu verhindern, eine Warnsubstanz mit starkem, abstoßendem Geruch und ein Emetikum, das nach Verschlucken Erbrechen herbeiführt. Es wird weithin angenommen, dass diese Entwicklungen zur Senkung der Unfallzahlen beigetragen haben. Im Pestizidklassifikationssystem der WHO International Program for Chemical Safety sind über 500 Chemikalien klassifiziert.
Klasse Anzahl der Wirkstoffe
“Extrem gefährlich, Klasse Ia”   29
“Hoch gefährlich, Klasse Ib”   61
“Mäßig gefährlich, Klasse II” 123
“Leicht gefährlich, Klasse III” 122
“Stoffe, die beim normalen Gebrauch keine Gefahr darstellen” 246
Paraquat wird zusammen mit über 100 anderen Wirkstoffen als „mäßig gefährlich“ (WHO-Klasse II) eingestuft. Informationen über das vollständige Klassifikationssystem erhalten Sie hier: http://www.who.int/ipcs/publications/pesticides_hazard_2009.pdf